Jesus Christus spricht:
Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
Monatsspruch April (Mt 28,20)

In meinem Notenschrank liegt noch ein klei­ner grauer Hefter im DIN A-5 Querformat. Schon mit deutlichen Gebrauchsspuren, aber immer noch komplett. Es ist die erste Sammlung von christlichen Liedern, die in der Jungen Gemeinde gesungen wurden. »Durchbruch« stand auf dem Titelblatt der noch mühsam kopierten Exemplare.

Das hat die Jungen Gemeinden der 80er Jahre miteinander verbunden. Ganz gleich, wo man in Sachsen hinkam, in den meis­ten Jugendgruppen waren diese Hefte vor­handen und es wurde daraus Lied für Lied kräftig gesungen. Unter anderem hieß auch eines dieser JG-Hits »Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende«.

Dieses Lied hat mich immer besonders angesprochen. Irgendwie brachten es die drei Strophen auf den Punkt. Jesus Chris­tus – der mitten unter uns ist, wenn wir uns treffen; der uns in der Not nicht verlässt; der so manchen Spott der anderen erträglich macht, weil er es schon selbst so erlitten hat. So schlicht die Strophen auch scheinen, sie stecken voller Ermutigung.

So war es auch damals zu Jesu Zeiten. »Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende« ist ein Satz, der ermutigen soll. Das war damals auch nötig, denn die Jünger waren plötzlich auf sich allein gestellt. Sie zogen nicht mehr hinter Jesus her und konn­ten seine Predigten und Wunder bestau­nen. Jetzt waren sie selbst an der Reihe. Das spürten sie genau. Doch es fehlte ein wenig der Mut dazu. Jesus versichert ihnen: »So allein seid ihr gar nicht! Denn ich bin bei euch. Nicht hin und wieder, sondern alle Tage. Nicht für eine kurze Zeit, sondern bis zum Ende der Welt.« Das scheint gewirkt zu haben. Denn die Jünger waren plötzlich ermutigt genug, um das Evangelium zu den Menschen zu tragen.

Der Vers hat bis heute an Wirkung nicht verloren. Durch alle Zeiten hindurch hat diese Ermutigung die Christen gestärkt und getragen. Auch in den 80er Jahren, durch die Zeit der friedlichen Revolution hindurch, hinein in neue ungewisse Zeit.

Wenn wir heute im roten Gesangbuch »Singt von Hoffnung« blättern, finden wir das Lied von einst wieder. »Aus der DDR« steht dort unter dem Lied – offensichtlich ist nicht mehr bewusst, wer das Lied damals geschrieben und komponiert hat. Aber es war noch in Erinnerung, dass dieses Lied damals vielen etwas bedeutete.

Doch auch heute kann dieses Lied uns im Glauben tragen und ermutigen. Die Herausforderungen sind für die Menschen in unseren Tagen andere. Doch Ermuti­gung brauchen auch wir für die Zeiten, die uns umgeben und die vor uns liegen. Ganz gleich, was da mir gerade für Sorgen und Nöte auf der Seele liegen. Wir können uns sicher sein: Jesus ist bei uns. Jeden Tag. Bis ans Ende der Welt. Ihr Pfarrer Heiko Jadatz