Andacht zum Monatsspruch April 2022

Kirche Gleisberg Altar - Maria und Jesuskind

Maria aus Magdala ging zu den Jüngern. Sie verkündete ihnen: »Ich habe den Herrn gesehen!« Und sie erzählte, was er zu ihr gesagt hatte. Joh. 20, 18 – Monatsspruch April

Im Autoradio wird die Musik für einen Moment unterbrochen. »Ein Falschfahrer kommt Ihnen auf der A 9 in Richtung Berlin entgegen« warnt der Radiomoderator mit seiner wichtigen Durchsage. »Wir melden uns, sobald die Gefahr vorüber ist« lässt er die Radiohörer noch wissen. Dann folgt Musik und ich kann mich wieder voll und ganz auf den Autobahnverkehr konzentrieren.

An die vielen Informationen am Tag habe ich mich im Laufe der Zeit gewöhnt – Verkehrsnachrichten, Wetterbericht, Inzidenzwerte, Angebote der Woche, Öffnungszeiten, Veranstaltungen und nicht zuletzt Nachrichten aus Berlin, Brüssel und der ganzen Welt. Es ist oft eine Infor- mationsflut, die mich mitunter informati- onsmüde macht. Doch manchmal werde ich durch nur eine Nachricht aus dem gewohnten Trott förmlich herausgerissen. Eine Nachricht, die alles verändert – darum geht es auch im Monatsspruch für April aus dem Johannesevangelium. Maria aus Magdala eilt zu den Jüngern, um ihnen die gute Nachricht zu überbringen: »Ich habe den Herrn gesehen!« ruft sie begeistert und dann sprudelt es nur so aus ihr heraus, was geschehen ist und was Jesus zu ihr gesagt hat. Für Maria und die Jünger wurde durch diese gute Nachricht alles anders. Gerade waren sie noch tief erschüttert, dass Jesus am Kreuz sterben musste. Doch was Maria zu berichten hatte, verwandelte ihre tiefe Trauer in hoffnungsvolle Freude. »Jesus lebt! Er ist auferstanden!« – Diese gute Nachricht klingt bis heute nach. Zum Osterfest steht sie besonders im Mittelpunkt. Sie gibt Kraft und Grund für die Hoffnung und Freude im christlichen Glauben.

In diesen Tagen haben die Nachrichten eine besondere Schwere. Es herrscht Krieg in Osteuropa. Leid und Gewalt neh- men schmerzlich zu. Die Hoffnung auf Frieden ist groß und viele sind mit Worten, Taten und nicht zuletzt mit Gebeten um diesen Frieden bemüht. Inmitten dieser schlechten Nachrichten aus der Ukraine soll die gute Nachricht vom Ostermorgen besonders aufleuchten – als Zeichen der Hoffnung, dass Trauer in Freude, Zerstörung in Heilung, Gewalt in Frieden verwandelt werden kann. Für diese Hoffnung hat Jesus mit seiner Auferstehung den Grund gelegt. Darauf will ich vertrauen und dafür fest im Glauben stehen. Amen!

Pfarrer Heiko Jadatz