Jesus Christus spricht:
Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Joh. 20,21 (Monatsspruch April)

Der Versandhandel blüht seit einigen Jah­ren zunehmend. Das ist ja auch praktisch. Ich bestelle schnell etwas im Internet und mitunter am nächsten Tag steht der Paketdienst mit meiner Bestellung vor der Haustür. Bequemer geht es nicht.

In gewisser Weise geht es auch im Monatsspruch für Mai um das Versen­den. Doch anders als im Versandhandel werden hier keine Waren, sondern die Jünger selbst gesendet, die anderen das Evangelium – die gute Nachricht – brin­gen sollen. Das war eine große Aufgabe und sicherlich alles andere als bequem. Jesus lebte nicht mehr unter ihnen, er war auferstanden. Bisher folgten sie ihm, staunend und zuhörend über das, was er an Wundern vollbrachte und an Predigten hielt. Nun standen sie auf eigenen Füßen. Denn Jesus sagte ihnen, dass sie jetzt diejenigen sind, die zu den Menschen gesandt werden, um zu heilen und zu predigen. So wie einst Jesus von seinem Vater gesandt wurde. Die Jünger verließ schon offensichtlich beim Gedanken daran der Mut. Und so kam Jesus noch einmal zu ihnen, um sie zu beruhigen. »Friede sei mit Euch!«, damit ermutigte er sie für ihren Sen­dungsauftrag.

Diese Ermutigung ist offensichtlich geglückt. Denn das Evangelium breitete sich unter den Menschen aus. Sie hörten die Worte der Jünger, ließen sich taufen und feierten miteinander Gottesdienst. Und seither ging es immer so weiter. Das Evangelium wurde weiter gegeben und der Glaube wurde damit geweckt. Weil Menschen sich dazu immer wieder gesendet fühlen.

Heute werden vielerorts die leeren Kirchen zu den Gottesdiensten beklagt und mit Sorge auf die kleiner werden­den Gemeinden geschaut. Bei manchen sinkt deshalb der Mut und das Evange­lium wird mitunter nur noch verhalten zu den Menschen gebracht.

Das Bibelwort aus dem Johannes­evangelium kann aber auch uns ermu­tigen, so wie Jesus damals seine Jünger. Wir sollen uns gesendet fühlen, von unserem Glauben anderen erzählen und ganz bewusst als Christen in dieser Welt leben. Wir können die Menschen zu uns einladen, unsere Kirchentüren öff­nen, mit ihnen singen, beten und Gottes Wort hören. Möglichkeiten haben wir viele, um den Menschen das zu bringen, was sie vielleicht nicht bestellt haben, aber wonach sie suchen: eine Antwort auf ihre Lebensfragen, eine Heimat im Glauben, einen inneren und äußeren Frieden. Pfr. Heiko Jadatz