Vor einigen Wochen habe ich in Dänemark einem älteren Mann meine Erfahrungen mit seinen Landsleuten geschildert. Ich habe ihm gesagt, dass ich ganz oft freundliche, bescheidene und extrem entspannte Menschen kennengelernt habe. Er hat mir zugestimmt und gesagt: »Ja, ja, wir helfen uns hier alle.« Und entspannt sind sie wirklich, die meisten Dänen. Jedem Autofahrer wird das deutlich, wenn er entschleunigt mit 80 km/h durchs Land fährt und dabei erlebt, dass sogar der Straßenverkehr ganz ohne Angeberei, ohne Markenhierarchie und ohne die damit verbundenen Machtdemonstrationen auskommt. Ob es nun wirklich stimmt, dass sich alle helfen weiß ich nicht, aber rücksichtsvoller Umgang miteinander steigert die Wahrscheinlichkeit dafür.

Solche Erfahrungen sind Balsam für die Seele, denn sie stehen im Gegensatz zu dem, was wir zurzeit in der großen Weltpolitik, aber auch in unserer Gesellschaft erleben. Der Egoismus scheint mehr und mehr die Macht zu übernehmen. Der eigene Vorteil wird zum Maßstab allen Handelns. Die Gemeinschaft ist nur dann gut, wenn sie den eigenen Interessen dient.
Dabei ist es fast eine Binsenweisheit, dass Helfen und Teilen nicht unglücklich machen. Ganz im Gegenteil. Vielleicht ist das Helfen die Ursache dafür, dass die Dänen weltweit zu den zufriedensten Menschen zählen.

Natürlich helfen nicht nur unsere Nachbarn im Norden. Auch hierzulande gibt es viele Menschen die dem Egoismus nicht das Feld überlassen wollen und sich tatkräftig für Schwächere einsetzen. Die Möglichkeiten dafür sind vielfältig, genauso auch die Motivation.

Christen finden eine mögliche Motivation in der Bibel: »Seid aber Täter des Wortes und nicht Hörer allein; sonst betrügt ihr euch selbst« (Jakobus 1, 22).

Nach dem Hören kommt also das Handeln. Das kann jeder individuell auf seine Weise tun. Aber auch die Diakonischen Werke als tätige und praktisch helfende Teile der evangelischen Kirchen arbeiten gemäß dieser Zielsetzung. Neben Hilfen für Menschen in weltweiten Katastrophen- und Krisengebieten engagieren sie sich in einer Vielzahl von Hilfsprojekten im In- und Ausland. Eine wichtige Rolle kommt der Diakonie auch als Träger sozialer Einrichtungen zu. Was die Diakonie in Sachsen noch alles tut und wie Sie die Arbeit unterstützen können, erfahren Sie auf www.diakonie-sachsen.de.

Ein weites Feld also, um andere und sich selbst ein wenig glücklicher zu machen.

Steffen Hoffmann