(zum Öffnen auf Bild klicken)

Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. (Psalm 42,3)

In den letzten Jahren hatten wir ein paar richtig heiße Sommer. Ob der Sommer 2022 auch so wird, wissen wir noch nicht. Aber wahrscheinlich werden wir ein paar heiße Tage haben. An solchen Tagen ist es wichtig, genug zu trinken. Für Kinder scheint das kein Problem zu sein. Aber wenn Menschen älter werden, verändert sich anscheinend das Durstgefühl, so dass man daran erinnert werden muss.

Der Monatsspruch für Juli zeigt uns: Es gibt auch einen Durst unserer Seele. Und offensichtlich kann diesen Durst Gott stillen. Ich kenne ein Lied, was genau das aufnimmt. Der Text des Liedes geht so: Ihr, die ihr Durst habt, ihr ohne Kraft, kommt zu der Quelle und taucht ein in den Lebensstrom, der den Schmerz und die Sorgen vom Herzen spült in das Meer seiner Gnade, das auch im Tiefen trägt.

Als ich das Lied einmal für einen Gottesdienst vorbereitete, hatte ich Tränen

in den Augen als ich es sang. Normaler- weise bin ich nicht so sehr emotional. Aber mir wurde in diesem Moment wie- der klar, wer Jesus eigentlich ist. Und mir wurde wieder bewusst: Er ist wirklich die Quelle. Und irgendwie habe ich das auch so in diesem Moment selber erlebt.

Und dann musste ich an meinen Alltag denken. An unterschiedliche Herausfor- derungen, die vor mir lagen. An Prob- leme, die ungelöst waren. An Konflikte, die in der Luft lagen. Und dann dachte ich mir: Ich brauche den Lebendigen Gott in meinem Alltag. Ich brauche Jesus in mei- nem Alltag. Eigentlich kann ich es mir gar nicht leisten, ihm untreu zu werden oder ihn beiseite zu schieben. Ihm treu sein im Alltag, das tut mir gut. Das hilft klarer zu sehen, was jetzt dran ist und wo ich gebraucht werde. Und das hilft mir, gelassen in die Zukunft zu sehen.

Ihr Pfarrer Jörg Matthies

Stellen Sie sich vor, Sie müssen eine Prüfung ablegen, ein Konfliktgespräch führen oder Sie wollen einen Heiratsantrag machen. So unterschiedlich die Situationen sind: Gemeinsam haben sie, dass nicht klar ist, wie diese Begegnungen ausgehen werden. Es gibt aber auch Situationen, da steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir mit offenen Armen empfangen werden. Der Grund: Wir wissen uns geliebt! Der Klassiker dafür ist das Date des frisch verliebten Paares. Beliebt ist der Besuch bei Verwandten zum Beispiel zum Weihnachtsfest und fast genauso aufregend kann die Heimkehr nach einer längeren Dienstreise sein. Die Frage ist: Wie ist das bei Gott? Welche Art von Situation wäre eine bevorstehende Begegnung mit ihm? Ist es unklar, wie eine Begegnung mit ihm ausgehen würde oder weiß ich mich mit offenen Armen empfangen, weil ich geliebt bin? Als Christ weiß ich sofort, wie ich darauf antworten würde. Jesus ist nämlich Gottes Sohn und der sagt uns zu (Jahreslosung 2022):

»Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.«

Das gilt, wenn ein Mensch das erste Mal zu Jesus kommt und eine ganze Menge an Schuld und Scham mitbringt. Und das gilt auch, wenn ein Mensch schon längst zu Jesus gehört. Und das gilt nicht nur im Blick auf unsere Fehler. Wir trauern, sind überlastet, wissen nicht weiter… Auch hier gilt seine Zusage. Bei ihm ist immer eine gute Adresse. Er schickt niemanden fort und er ist auch nicht mit uns und unserem Leben überfordert. Er hält mit uns zusammen unsere Not aus und wechselt nicht die Straßenseite, wenn er uns sieht. Die Erfahrung vieler menschen bestätigt: Jesus empfängt mit offenen Armen. Bei ihm finden wir Annahme, die unsere Vorstellung übersteigt und die tiefer geht als wir denken. Die Einladung steht. 2022 haben wir wieder 365 Tage Zeit, um herauszufinden, ob es stimmt. Das kann aber nur jeder selber tun.

Ihr Pfarrer Jörg Matthies

Motiv Jahreslosung: Stefanie Bahlinger  ©Verlag am Birnbach