Denn was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber Schaden nimmt an seinem Leben?

Mt 16,26

Wer die Welt gewinnen will, der sucht nach seinem eigenen Glück und Wohlergehen. Er dreht sich um sich selbst und fragt sich: Wie kann ich noch mehr haben? Wie erreiche ich es, dass die Leute mich mögen? In dieser Selbstbezogenheit wird das Leben verfehlt und der Mensch erleidet Schaden. Denn wirklich zu leben heißt, mit Jesus zu leben. Im Vers zuvor sagt Jesus wie man zu diesem wirklichen Leben kommt: »Denn wer sein Leben unbedingt bewahren will, wird es verlieren. Wer sein Leben aber meinetwegen verliert, der wird es gewinnen.« (Mt 16,25)

Zum Leben kommt man durch Verlieren, nicht dadurch Gewinn anzuhäufen. Das Leben an Jesus zu verlieren bedeutet, Jesus den Herrn, also den Chef, im eigenen Leben sein zu lassen. Dann bestimme nicht mehr ich, wie mein Leben aussehen soll, sondern Jesus gibt den Weg vor. Er zeigt uns mit seinem Leben, wie Gott sich das Leben der Menschen gedacht hat.

Das Wichtigste ist die vertrauensvolle Beziehung zu unserem guten Vater im Himmel. Jesus hat sich in seinem Erdenleben immer wieder Zeiten genommen, in denen er allein war, um zu beten. Dadurch, dass er mit seinem Vater im Gespräch war, wusste er was er tun soll. Was der Vater im Himmel wollte und tat, das wollte und tat auch Jesus. Sie waren wie zwei Synchronspringer, die vom Turm abspringen und exakt die gleiche Choreografie abliefern, bevor sie ins Wasser eintauchen.

Das ist der Zielpunkt für unser Leben, nämlich so zu leben, wie Gott es sich gedacht hat oder im Bild gesagt, mit Gott synchron zu springen. Wir werden das üben müssen, genauso wie die Synchronspringer. Wenn sie eine neue Choreografie erarbeiten, dann bedeutet das, viel zu üben, damit sich am Ende auch beide wirklich gleich bewegen.
So sind auch wir gefordert, die Maßstäbe Gottes einzuüben. Damit verlieren wir unser Leben an Jesus und erhalten das wirkliche Leben, nämlich das Leben wie es vom Erfinder selbst gedacht ist, ein Leben in Beziehung mit Gott.

Matthias Berger

Foto: Pearl / lightstock